Kirche

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Unsere Kirchengemeinde

Die Ev. Luth. Kirchengemeinde Handewitt liegt 10 km westlich von Flensburg und ist seit jeher eine große Flächengemeinde zu der 7 Dörfer gehören, u. a. auch der zweitgrößte Ort Weding. 5600 Gemeindegliederzählt die Kirchengemeinde.

Bildete früher die alte Kirche in Handewitt die einzige Predigtstätte wird nun regelmäßig einmal im Monat auch im Freizeitheim in Weding Gottesdienst gehalten.

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Die Kirchengemeinde versteht sich als eine offene und freundliche Gemeinde, und bringt die gute Nachricht von der Liebe Gottes in Wort und Tat zu Menschen jeglichen Lebensalters. So werden nicht nur Gottesdienste in der Kirche gefeiert sondern auch draußen und zu den verschiedensten Themen; nicht nur Menschen bei den zahlreichen Amtshandlungen wie Taufen, Trauungenund Beerdigungen begleitet, sondern auch durch die Kinder und Jugendarbeit, durch den Kindergarten,  durch die enge Verbindung zur Sozialstation in der Großgemeinde Handewitt das soziale Leben in der Gemeinde mitgeprägt.

Die Kirchengemeinde will dazu beitragen, dass Menschen sich geborgen und zuhause fühlen können.

Zur Geschichte unserer Kirche
Urkundlich ist die Kirche anno 1240 erstmals in einem alten Register erwähnt, in dem Kirchen der Wiesharde aufgeführt sind. Dazu gehörten auch Flensburgs Kirchen, denn Harden waren eine politische Einteilung und Flensburg erhielt 1284 das Stadtrecht. Zur Wiesharde gehörten Bov, Wallsbüll, Nordhackstedt, Großenwiehe, Wanderup und Handewitt. Die Wiesharde wurde nach dem Hauptort Großenwiehe benannt. Doch schon bald wurde Handewitt Hauptort. Manche Forscher meinen, dass die Handewitter Kirche die älteste der Harde, eine Taufkirche, und deshalb auch soviel größer als die Nachbarkirchen war.
1542 wurde die Einführung der Reformation für Schleswig-Holstein durch den Landtag in Rendsburg beschlossen.
Im 30jährigen Krieg (1618-1648) und in dem folgenden Polenkrieg (1658-1660) hat die ganze Gemeinde sehr gelitten. Die Kirche wurde im Innern stark beschädigt. Wegen der allgemeinen Armut hat es lange gedauert, bis alles wieder hergestellt war. Endgültig ist dies erst 1738 geschehen. Wegen der wachsenden Bevölkerung war im 17. Jahrhundert eine Empore eingebaut worden, die 1747 vollkommen erneuert werden musste.
In den frühen Morgenstunden des 12. Juni 1882 wurde die Kirche zu Handewitt durch ein Feuer (Blitzschlag) völlig vernichtet. Gerettet wurde nur das große Kruzifix, der Taufstein aus Granit, die gotischen Messingleuchter und die alten Kirchenbücher.
Nach dem Brand fanden bei gutem Wetter Gottesdienste in der Ruine statt. Als die nach dem Brand noch stehenden Außenmauern gegen den Willen der Bauer wiederverwandt werden sollten, wurden sie heimlich von den Einwohnern niedergerissen. Darauf folgte 1883/84 nach Abbruch des Vorhauses der völlige Neubau von Schiff und Chor (Architekten Prale und Nielsen, Flensburg). Vom alten Bau blieben nur die Westecken des Schiffes und das Mauerwerk des Turmes erhalten. Jetzt ist noch an der Turm-Ostwand die Anschlußspur des höheren alten Schiffdaches sichtbar. Der ausgebrannte Turm wurde mit neuen Zwischenböden, Kranzgesims und Spitzhelm versehen, seine Nordertür vermauert und dafür ein neues Westportal angelegt.
Turm und Kirche sind mit bunten Schiefer gedeckt. Der Turm ist 46m hoch und weithin sichtbar. Die Spitze ist eine vergoldete gotische Kreuzblume. Die Kirche ist aus gelblichen Maschinenziegeln mit Stützpfeilern in neugotischem Stil erbaut.
Am 14. Mai 1884 konnte die neue Kirche nach zweijähriger Bauzeit eingeweiht werden. Generalsuperintendent D. Godt hielt die Einweihungsrede ausgehend von dem Worte:“ Dieses letzten Hauses Herrlichkeit wird größer werden als das des ersten, sagt der Herr Zebaoth.“Ausstattung der KircheAltar, Kanzel und Orgel sind in neugotischem Stil gehalten und bilden zusammen mit der hohen dunklen Holzdecke und dem Gestühl eine Einheit. Die Länge der ganzen Kirche beträgt 37 m, das Schiff ist ca. 22 m lang und 10 m breit, der Chorraum ist ein Quadrat von 7,30 m Seitenlänge. Die Kirche hat gotische Fenster. Im Schiff vier an jeder Seite aus buntem Kathedralglas und im Chorraum eins an jeder Seite mit Glasmalerei (Abendmahlsymbole).Die OrgelBis zum Jahr 1845 hatte die Kirche keine Orgel. Durch die Bemühungen Pastor Siemsen konnte mit Hilfe von Schenkungen bei Hansen, Flensburg-Duburg, eine Orgel erbaut werden. Diese Orgel wurde bei dem Brand vernichtet.
Die Herstellung der jetzigen Orgel wurde Marcussen und Sohn in Apenrade übertragen. Die Orgel wurde im April 1885 eingeweiht. Sie besitzt 2 Manuale und 18 Register.
1960 mußte die Orgel von der Firma Kemper in Lübeck durch den Orgelbauer Buchholtz aus Flensburg gründlich renoviert werden.Der Altar

Der Altar in der alten Kirche war wie ein Herd mit Lehm aus Feldsteinen aufgemauert. 1699 erhielt er einen geschnitzten Aufsatz mit figürlichen Darstellungen: im Hauptfeld den Kampf Christi in Gethsemane, darunter das Abendmahl und darüber das Weltgericht. Seitlich waren die Bilder der Stifter (Pastor Wilhelm Buchholtz und seine Frau Anna Maria, geb. Hoyer) in Öl dargestellt, umgeben von Arabesken und Laubwerk. Alle geschnitzten Figuren waren mit Ölfarbe übermalt.
Das neue Altarblatt wurde in einer Bildhauerwerkstatt 1884 angefertigt. Es ist ein Schnitzwerk auch Eichenholz, in dessen Mitte sich ein großes in Oberammergau geschnitztes Kruzifix befindet.
Die Spätgotischen Altarleuchter, die aus dem Brand 1882 gerettet worden waren, blieben bis 1968 erhalten.
In der Nacht vom 24. zum 25. Juli 1968 drangen Diebe durch Einschlagen eines Fensters in der Turmhalle in die Kirche ein und stahlen die zwei Altarleuchter, die Taufschale und die Taufkanne.

Die Kronleuchter

Die Kirche besitzt drei Kronleuchter. Der erste vor dem Chor ist mit der Inschrift versehen:
H. Mahler auf Harrisleehof, Weihnachten 1894 „Ich bin das Licht der Welt“.
Der zweite, ein größerer in der Mitte, trägt die Inschrift:
“Geschenkt von H.S. Knudsen und seiner Ehegattin in Weding. Zur Erinnerung an seine verstorbene einzige Tochter Christine Maria, Weihnachten 1899.“
Der dritte hängt am Eingang zum Kirchenschiff, ist aber ohne Inschrift und hat die gleiche Form wie der erste Kronleuchter.

Die Kanzel

Die Kanzel in der Südostecke des Schiffes trug die Jahreszahl 1585. Es war eine Renaissancekanzel mit vier gemalten Evangelisten und den Inschriften:
„ Sermo tuus deus et vera et bona largaque praestat“
und
„ Her din wort is in trost in min elende“.
Die Übersetzung lautet aus dem Lateinischen:
„ Gott, dein Wort gibt Wahrheit, Güte und Reichtum.“